Anfänge der organisierten Zucht (1828)

Das 1828 gegründete Landgestüt Moritzburg war und ist ein Begriff für die sächsische Pferdezucht und mit ihrer Arbeit eng verbunden. In den 30er Jahren gehörte der Beschälerbestand mit zu den ausgeglichensten und besten der Nachzuchtgebiete Oldenburgs und Ostfrieslands. Schon auf der Ausstellung in Leipzig im Jahr 1928 sorgten die Schweren Warmbluthengste aus Moritzburg für Aufsehen, als sie in Lektionen der Hohen Schule vorgestellt wurden.

Über den 1884 geschaffenen Fohlenaufzuchtverein, dem Vorläufer des 1920 gegründeten Landesverbandes Sächsischer Pferdezüchter, später Sächsisches Pferdestammbuch, wurden regelmäßig Zuchtstuten und Fohlen aus Oldenburg zugekauft und zu günstigen Konditionen an die Züchter im Lande abgegeben.

Zur Reichsnährstandausstellung 1939 waren es die beiden Ostfriesenhengste "Lord I" und "Eichkater" sowie die Oldenburger "Gerber" und "Blitz", die vor dem Traberwagen ihr phänomenales Gangvermögen demonstrierten. Den Ostfriesen Lord 1 - Sohn des alten Lord und somit Lützow-Enkel - erwarb Landstallmeister Ernst Bilke 1937, nachdem der Hengst bereits mehrere Jahre im Ostfriesland Zuchteinsatz stand und dort besonders gute Stuten hervorgebracht hatte. In Thüringen nahm die Zucht des mittelschweren Arbeitspferdes entsprechend seiner natürlichen Gegebenheiten und Eigentumsverhältnisse einen etwas anderen Weg. Grundlage für die Zucht eines Arbeitspferdes in Thüringen waren zunächst vorhandene mittelschwere Pferde. Der Blick der thüringer Pferdezüchter war bereits Mitte des 19. Jahrhunderts ebenfalls auf die erfolgreiche Zucht in Oldenburg und Ostfriesland gerichtet. So deuten Niederschriften darauf hin, dass bereits 1840 Thüringer Züchter Hengste, Stuten und Fohlen in Oldenburg ankauften.

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