Ausschluss aus der Zucht

Ab 1960 ging der Pferdebestand deutlich zurück. Bis dahin befanden sich etwa 95 % der Zuchtpferde im Besitz von Landwirtschaftsbetrieben. Mit den Strukturveränderungen und der Technisierung der Landwirtschaft änderten sich auch Nutzungsmöglichkeiten für das Schwere Warmblut. Im Jahr 1973 beschloss die Zentralstelle für Pferdezucht beim Landwirtschaftsministerium der DDR alle Hengste der Rasse Schweres Warmblut, die sich zu jener Zeit ausschließlich im Besitz des Hengstdepot Moritzburg befanden, von der Zucht auszuschließen. Der damaligen Leiterin des Hengstdepots Frau Dr. Herta Steiner gelang es, einen Teil der Hengste für die Absicherung eines Vatertierbestandes und den möglichen späteren Wiederaufbau einer bedarfsgerechten Population der Schweren Warmblutrasse durch zwischenzeitlichen Einsatz im Bereich der betrieblichen Touristik-Dienstleistung zu erhalten.
Die weibliche Grundlage für die heutige Reinzucht konnte trotz der zu dieser Zeit im Zuchtgebiet notwendig gewordenen Umstellung auf eine Reitpferdezüchtung erhalten bleiben, indem die Schweren Warmblut Herdbuchstuten , auch aus ökonomischer Sicht für die Zuchtbetriebe, in den Umzüchtungsprozess mit einbezogen wurden. Unterstützung fand dieses Vorhaben durch die Passion der Pferdezüchter für den Erhalt ihrer bodenständig gezogenen Schweren Warmblutstuten.

Ab 1977 wurde die Forderung nach Reaktivierung des Schweren Warmblut-Zuchtbestandes immer stärker, der sich die Zentralstelle für Pferdezucht in Berlin nicht länger verschließen konnte. So kamen 1977 die ersten drei "verwahrten" Hengste in den Wiedereinsatz. Canton Mo 1297 v. Cabinett a.d. Angela v. Friedolf auf den Deckstationen Großwaltersdorf und Dippoldiswalde - je ½ Deckzeit -, Edelfalk Mo 1160 v. Edler a.d. Berona v. Condor, nun schon als 19-jähriger in Jahnsdorf und Wildenfels, den ehemaligen sächsischen Hochzuchtgebieten des Schweren Warmblutes, und Vasall Mo 1283 v. Ventus. a.d. Evi v. Lordus in Münchengosserstedt. Mit einer Fruchtbarkeitsrate von 73,3 % bewiesen diese doch etwas älteren Beschäler erneut die schon früher dem Schweren Warmblutpferd bestätigte sehr gute Fruchtbarkeit.

Im November 1980 wurden die aus dem Jahrgang 1978 stammenden Junghengste Varus Mo 1378 v. Vasall a.d. Erika v. Eros und Vagand Mo 1388 v. Vasall a.d. Uta v. Feldweg auf der erstmalig wieder durchgeführten Hauptkörung zur Zucht zugelassen. In den folgenden Jahren stabilisierte sich der Bestand und auch die Nachfrage nach und nach.

 

Vasall Mo 1283 Schweres Warmblut geb.:1967
Vater: Ventus Mo 1221 von Velten xx Oldenburger
Mutter: von Lordus Mo 432 Schweres Warmblut

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